Yellowstone National Park

Den Yellowstone Nationalpark von Bozeman aus zu besuchen ist in etwa wie ein Besuch des Schwarzwalds von Stuttgart aus – keine große Sache. So kam es, dass mein Gastgeber Mike schon am ersten Tag sagte „Morgen fahren wir in den Yellowstone – pack dein Kleid ein“. Ich war emotional nicht wirklich vorbereitet, bereits an meinem zweiten Tag in Bozeman in den Yellowstone zu fahren, aber da fuhren wir schon – inklusive meines Kleides in der großen Tiefkühlbox auf der Ladefläche des Pick-up-Trucks, denn der war voller Leute!

Wir fuhren zum westlichen Eingang, kurz darauf erreichten wir die Grenze zu Wyoming. Schon bald sahen wir die ersten Bison-Herden sowie Hirsche und Rehe, und ich geriet darüber ganz aus dem Häuschen (die Aufregung legt sich dann, wenn man ca. alle 10 Minuten solche Herden sieht) – aber es ist einfach wunderschön, die Tiere in ihrem natürlichen Umfeld und in freier Wildbahn zu sehen.

Leider war das Norris Geysir Basin geschlossen, aber wir fuhren direkt weiter zum Artists Point, wo wir zu den oberen und unteren Fällen „gewandert“ sind – beides absolut spektakuläre Panoramaansichten von Landschaften wie ich sie noch nie gesehen hatte.

Nach unserem Mittagessen in Fishing Bridge am Yellowstone Lake fuhren wir wieder in nördliche Richtung. Unterwegs stoppten wir bei einem versteinerten Baum und den Mammoth Hot Springs, welche nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Der weiße Untergrund und die toten Bäume erinnerten mich an eine Kombination aus der Salar de Uyuni in Bolivien und dem Deadvlei in Namibia.

Manchmal ist alles eine Frage des Timings. Als wir beim Nordeingang in Gardiner (zurück in Montana) ankamen, stand die Sonne bereits tief. Wir holten die Tiefkühlbox von der Ladefläche und ich begann mich anzuziehen – ich hatte extra den Tag über Sporthosen und Top getragen, um das Kleid „überwerfen“ zu können. Da stand ich nun und quetschte mich in mein Korsett. Als ich dann fertig war, strahlte die Sonne noch goldener und die fotowütigen Touristen waren auf wundersame Weise verschwunden. Der berühmte Roosevelt Arch (1903 erbaut) erinnert an den Nutzen des Parks: „For the Benefit and Enjoyment of the People“. Ich stand ehrfürchtig davor und erinnnerte mich, das Otto bereits den Park und seine Geysirs erwähnt hatte, auch wenn er selbst den Park nie besucht hat. Mir machten ein paar wunderbare Aufnahmen und fuhren schließlich nach einem erlebnisreichen Tag wieder nach Hause.

In den Yellowstone National Park via Beartooth Highway

Das zweite Mal, dass ich in den Yellowstone fuhr (ist ja nur ein Katzensprung), nahmen mich meine Freundinnen Ursula (gebürtige Stuttgarterin!) und Laura mit auf einen Wahnsinns-Roadtrip über den Beartooth Highway – am Ende des Tages hatten wir über 400 Meilen auf dem Tacho! Auf dem Weg erlebten wir allerlei Abenteuer: Wir sahen Mountain Goats und fanden sogar ein kleines Schneefeld, auf dem wir dann gleich Ski gefahren sind!

Dieses Mal kamen wir über den nord-östlichen Eeingang in den Park und fuhrem zum Norris Geysir Basin – eine Landschaft nicht von dieser Welt – und trotz des Regens wunderschön!

Danach ging es zum bekanntesten Geysirs des Parks: Old Faithful, dessen Ausbruch wir erlebten. Für einen kurzen Augenblick (ca. 45 Sekunden) wird ein meterhoher Wasserstrahl herausgeschossen, der ein Nebelwand erzeugt. Das heisse Wasser läuft dann ab wie die Lava aus einem Vulkan! Schnell war das Spektakel vorüber und nur ein wenig Dampf kam noch aus Old Faithful!

Unser letzer Stop war das Midway Geysir Basin mit dem berühmten Grand Prismatic Spring – rießengroß und wunderbar bunt! Der wunderbareTag ging dann mit einem weiteren grandiosen „Montana Sonnenuntergang“ zu Ende.

Wenn man es in einfache Worte fassen möchte, muss man sagen, dass der Wilde Westen einfach krass schön ist!

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