Die Überfahrt

Eine der ersten Erkenntnisse dieser Reise war dass wir uns weder auf einem Schiff befanden, noch auf einer Kreuzfahrt. Wir waren an Board eines Ocean Liners und befanden uns auf einer Überfahrt.

Essen, essen, Essen
Eine der ersten Aktivitäten an Board was das Essen. Abendessen wurde im Britannia Restaurant zu zwei Zeiten serviert: 18 Uhr und 20:30 Uhr, wir hatten die spätere Zeit gewählt. Jeden Abend gab es eine vielfältige Auswahl für jeden unserer 4 Gänge mit Vorspeise, Salat, Hauptgang und Dessert – und es war jeden Abend wieder großartig! Auch das Frühstück aßen wir im Britannia mit einer Auswahl an gesunden und weniger gesunder Speisen. Da einzig wirklich Negative waren die Extrakosten für Cappuchino oder andere Kaffeespezialitäten und der Filterkaffee, der serviert wurde war nicht gerade ein Highlight. Unseren Mittagssnack haben wir meistens im King’s Court gegessen – ein Buffettrestaurant wo man von 4 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts essen konnte (durchgängig!). Es gab auch andere Restaurants gegen Aufpreis an Board, aber wir waren absolut zufrieden mit dem Angebot.

Freizeitstress
Eines der ersten Dinge, wie wir im Zimmer sahen war das tägliche Programm mit einer so großen Auswahl an Aktivitäten, dass man schon schier in Freizeitstress geriet. Das Angebot ist wirklich für die Zielgruppe der Rederei geschaffen: von Handarbeitstreffen und Quizabenden bis zu „Bridge für Anfänger“ liest sich das Programm eher unaufgeregt. Als ich dann den Programmpunk „Treffen der jungen Leute 18-30 Jahre“ las, hatte ich doch noch Hoffnung. Das Treffen bestätigte die Vorahnung dann doch: ganze 4 Mädels (inklusive mir) kamen zum Treffen.
Für eine witzige Aktivität habe ich mich dann doch noch angemeldet: die transatlantischen olympischen Spiele, die am Ende doch sehr viel unsportlicher waren als erwartet, aber eine Abwechslung mit einer Gruppe von lustigen Leuten!


Ein Teil des Programms waren die formellen Abende, wo man ohne Abendkleid nicht ins Restaurant gelassen wurde. An den beiden Themenabenden (Schwarz-Weiß-Ball und 20ger Party) waren wir echt erstaunt, wie viel Mühe sich die meisten Leute gaben, um sich entsprechend in Schale zu werfen!
Eine beliebte Aktivität war der Spaziergang auf Deck 7 – hier kann man einmal komplett um das Schiff laufen (oder wie es meine Mutter nannte: „Spaziergang auf dem Atlantik“). Hier traf man früher oder später auch jeden, den man kannte und konnte sich über Neuigkeiten austauschen.


Leider war die angebotene Schiffstour so teuer, dass wir sie nicht gemacht haben, aber in die Großküche kamen wir doch und konnten so zumindest einen kleinen Blick hinter die Kulissen werfen.

Warum fahren Menschen über den Atlantik?
Diese Frage hat mich schon im Vorfeld beschäftigt und wir haben dann so ziemlich alles gehört. Manche Passagiere fliegen einfach nicht gern und fahren deshalb mit dem Schiff, für andere war es die letzte Station der „World Voyage“ – was bedeutet, dass sie seit Januar auf diesem Schiff waren! Für viele ist aber einfach die Einfahrt in den Hafen von New York ein einmaliges Erlebnis. An Bord waren Passagiere aus 32 Nationen, davon überwiegend Amerikaner, Kanadier und Briten.

Die Zeit
Wirklich das Beste an dieser Überfahrt waren die 25-Stunden Tage. Fast jede Nacht wurde die Uhr eine Stunde zurückestellt und wir hatten einfach mehr Zeit. Bitte die Überfahrt nicht in die andere Richtung machen – da bezahlt man das Gleiche und verliert jede Nacht eine Stunde. Am Ende kamen wir ohne Jetlag in New York an.

Das Wetter
Normalerweise redet man erst über’s Wetter wenn einem nichts mehr einfällt, aber bei einer Atlantiküberquerung gibt es nichts viel Wichtigeres als das Wetter (und vorbeifahrende Schiffe). Wir hatten viel Glück und ab Tag 3 jeden Tag Sonne – jedoch bei Windstärke 8, wo man sich schon echt festhalten musste an Deck und die Aussichtsdecks geschlossen waren.

Titanic und andere Kuriositäten
Bei der täglichen Mittagsdurchsage des Kapitäns wurden die Position, Kurs, das Wetter, die bereits zurückgelegte Distanz und das nächstgelegene Stück Land (normalerweise irgendein kleiner Fels hunderte Meilen entfernt) angesagt. Am Samstag war die Durchsage nennenswert: Zum einen hatten wir am Vorabend den Mittelpunkt unserer Reise erreicht (Freitag, 13.5., ca. 22:30) und wir würden an diesem Abend 6 Meilen südlich der letzten Ruhestätte der Titanic vorbeifahren. Zum Glück ist niemand von Bord gesprungen, um nach Leo zu tauchen.  Ein unerwarteter Passagier ist Homer Simson, der gemütlich auf seinem Stuhl nahe der Grand Lobby sitzt.

Schiffe!
Da der Blick von unserem Zimmer (dem Restaurant, des Decks, einfach alles hier einfügen) über die Woche identisch blieb (Wasser, Wasser, Wasser) gehörten Delphine, Vögel und andere Schiffe (Ich habe 2 Containerschiffe gesehen!) zu den aufregendsten Highlights, denn sie gaben uns vor allem das Gefühl, nicht ganz alleine hier draußen zu sein.

Praktisches an Bord QM2:
⦁    Die Waschräume waren wirklich praktisch (und beliebt), hier konnte man kostenlos waschen, trocknen, bügeln und sogar das Waschmittel gab es umsonst.
⦁    An Bord gibt es britische und amerikanische Steckdosen – mit meinem Adapter (siehe Bild), konnte man beide gleichzeitig nutzen.

Impressionen von der Überfahrt

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