Die Ankunft

Nach einer Woche auf See waren wir froh, dass wir bald wieder Land sehen würden und waren gespannt auf die Einfahrt in den Hafen von New York – hofften zugleich, dass es keinen Nebel geben würde.
In der letzten Mittagsdurchsage von der Brücke erwähnte der Kaptain die wichtigen Uhrzeiten für den nächsten morgen: Um 3:30 Uhr würde der Lotse an Bord kommen, um 5:00 Uhr würden wir unter der Verazzano-Narrows Bridge durchfahren und um 6:30 Uhr an den Brooklyn Terminals anlegen. Bis hier hin hatten wir 2.853 Seemeilen bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Knoten zurückgelegt und hatten noch 325 Seemeilen vor uns.

Die Ausschiffung
Normalerweise wird man je nach Nummer seines Decks ausgeschifft – von oben nach unten. Da wir auf Deck 4 ganz unten waren, hätten wir erst um 10:40 ausgeschifft werden sollen – und wir befürchteten, dass das sich auch noch verspäten könnte. Das hätte bedeutet, dass wir nach Ankunft noch weitere vier Stunden an Bord hätten verbringen müssen. Auch wenn wir Queen Mary 2 wirklich sehr lieb gewonnen hatten, wollten wir früher runter. Zum Glück gab es die Option zur Selbstausschiffung um 6:50 Uhr, kurz nach der Ankunft. Dafür mussten wir uns Selbstausschiffungskarten am Abend zuvor abholen und unser Gepäck selbst über die Gangway hinaustragen. Dies erwies sich als gute Entscheidung, weil wir sehr viel mehr von unserem Tag in New York City hatten.

Aufstehen um 3:45
Nachdem wir gepackt hatten und unser letztes Abendessen im Britannia Restaurant genossen hatten, legten wir uns für eine kurze Nacht hin (trotz der zusätzlichen Stunde!). Der Wecker klingelte um 3:45, und ich rannte als erstes auf den Balkon raus: LAND IN SICHT! In der Dunkelheit sah ich einen Streifen von Lichtern am Horizont – die Küste Amerikas!
Nach einer Woche Wasser war das äußerst aufregend! Wir sind ann wieder auf Deck 12 – wie schon bei der Abfahrt in Southampton – um die Ankunft in New York City zu erleben.

Wir kamen näher und näher an die Verazzano-Narrows Bridge – und passierten sie – der Schornstein nur knapp einen Meter unter der Brücke – kein Scherz! Dann hatten wir den tollsten Ausblick: In der Ferne sahen wir die erleuchtete Skyline von New York City und die Freiheitsstatue eingetaucht in einen dunkelblauen Himmel. Als wir uns Manhattan näherten, dämmerte es und der dünne, kräftig tiefrot leuchtende Horizont lies die dunklen Wolkenkratzer mit ihren gelben Punkten wie ein Bühnenbild erscheinen. Wir passierten die Freiheitsstatue, und dass Schiff drehte sich um 180 Grad, sodass wir rückwärts an die Brooklyn Terminals heranfuhren, wo wir damm um 6:30 bei hellblauem Morgenhimmel anlegten. Das One World Trade Center schien mit dem Himmel zu verschmelzen.

Auf Wiedersehen, Queen Mary 2
Nach einem kurzen Frühstück im King’s Court schifften wir samt unserer Koffer aus und warteten ca. 1 Stunde auf ein Taxi! Anscheinend waren wir das erste Schiff der Saison und man hatte das wohl nicht auf dem Schirm. Später besuchten wir die Freiheitsstatue und Ellis Island und genossen noch den ganzen Tag den Blick auf die im Hafen liegende Queen Mary 2. Als wir sie dann gegen fünf Uhr nachmittags mit 3 mal lautem Hupen ausfahren sahen, waren wir doch sehr traurig. Ich war überrascht, wie sehr sie mir in der vergangene Woche ans Herz gewachsen war.

Gedanken an die Überfahrt
Ich war vor dieser Reise noch nie auf einem Kreuzfahrtschiff oder einem Ocean Liner gewesen und war mir nicht ganz sicher, was mich erwarten würde. Als ich sie dann aus dem Hafen von New York abfahren sah, überkamen mich die Gefühle und ich geb es zu – ich hab sogar eine Träne verdrückt. Aus irgendwinem Grund ist sie mir wirklich ans Herz gewachsen und ich glaube, diese Überfahrt wird mir immer als ganz ganz besondere Reise in Erinnerung bleiben – aber man überquert den Atlantik ja auch nicht jeden Tag!

Video der Überfahrt

4 thoughts on “Die Ankunft

  1. Forrest Marie sagt:

    How incredible! It was a pleasure meeting you in Chicago, I wish you the best in your journey, may the spirit of heritage be warmly with you.

    1. Sibylle sagt:

      Thank you!

  2. Rich sagt:

    See ya in Bozeman, keep us posted. What a great adventure.

  3. Celeste Burke sagt:

    HI Sibylle! I met you yesterday at Huettenbar and I hope your travels continue safely and soundly. Please reach out if you’d like to explore Chicago a little more.

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