Das 1880ger Kleid

Während meiner 6-monatigen Reise auf den Spuren meines Ururgroßvaters werde ich ein Kleid von 1880 tragen (nicht die ganze Zeit) – lies hier, wie es dazu kam.

Das Kleid ist eigentlich die nur eine der neuesten Ideen der Reise, hat aber so viel Interesse erweckt, dass die Entstehung im Fernsehen gezeigt wird und Freunde mich angeregt haben, in einer eigenen Blogkategorie über “wie man in einem schwierigen und großen Kleid reist und überlebt” (Source: itspurplegreen) zu schreiben.

Die Idee & warum ich in einem 1880ger Kleid reise
Im Herbst 2015 fragte mich meine Mutter: „Warum reist du eigentlich nicht in einem Kleid im Stil 1880?“ Woraufhin ich mir einfach dachte „Warum nicht“? Ich hätte nie gedacht, was das alles mit sich bringt.

Woher bekommt man ein Kleid im Stil 1880?
Das dämmerte mir dann während des ersten Telefonats mit der Schneiderin meiner Wahl – Frau Kastner, welche sich auf historische Kostüme spezialisiert hat (www.historische-gewandtschneiderei.de). Über eine Stunde sprachen wir über Ideen, Stoffe und Mode. Danach musste ich noch mehr Recherche betreiben und mich für ein Design entscheiden.

Das Design… und die Schichten
Beim ersten Treffen in ihrem Aterlier sprachen wir drei Stunden über Designs, Stoffe, Mode und das Schneidern. Ich lernte, dass verschiedene Designs vom verwendeten Stoff abhängig sind (Seide im Vergleich zu Wolle) und das verschieden Schichten von Unterkleidern und Miedern nötig sind, damit das Kleid angemessen sitzt. Nach langem Überlegen habe ich mich dann für die Farben Blau und Gold, Seide als Hauptstoff sowie vier Teile Unterkleider, zwei Teile Oberkleid und einen Hut entschieden.

Design&Layers

Und plötzlich kam das Fernsehen
Weniger als zwei Wochen vor der ersten Anprobe rief Frau Kastner mich an, denn das Bayerische Fernsehen wollte eine Geschichte über sie drehen. Sie fragte mich, ob ich als Kundin mit interessanter Geschichte im Beitrag auftreten wollte, woraufhin ich natürlich zugestimmt habe – was für eine Abenteuer!

Die Anproben
Den übernächsten Sonntag fand ich mich, gekleidet in Unterkleidern anno 1880, umgeben von Frau Kastner, die mich ankleidete, einem Kameramann (und seiner Kamera vor meiner Nase), einem Assistenten (mit Mirkrophon über meinem Kopf) und die Redakteurin, die viele Fragen stellte. Es war ein langer und anstrengender Tag, aber ich bekam ein Gefühl für das Kleid! Während der zweiten Anprobe nahm Frau Kastner letzte Anpassungen vor. Bei der dritten und letzten Anprobe kam das team des Bayerischen Ferhsehens nochmal hinzu, um das fertige Kleid zu filmen. Der Tag war kürzer und entspannter, wohl auch, weil wir wussten, was auf uns zukommt. Am Ende verließ ich das Haus mit einem Koffer voll Kleid und einer Hutschachtel!

Filming

Das Ergebnis & die  Accessoires

Das fertige Outfit ist ein siebenteilig, welches mich etwas in der Zeit reisen lässt. Es ist nicht so schwer, wie es aussieht, dafür aber warm – aber 1880 zeigte man einfach nicht so viel Haut. Passende Schuhe hat meine Mutter gefunden, sie sind modern und bequem, erinnern aber im Design an die viktorianische Zeit. Zusätzlich habe ich den alten Schirm meiner Ururgroßmutter dabei, welcher zufällig farblich zum Kleid passt. Ein Freund von mir hat mir bei der Reparatur des Griffs geholfen, welcher gebrochen war. Er hat ihn in 3D gedruckt und anschraubbar gemacht, sodass er jetzt ohne Griff sogar in den Koffer passt.

Im Fernsehen… und auf Youtube!
Der große Tag kam am 26. März, als der Beitrag im Bayerischen Fernsehen gezeigt wurde und wir das Ergebnis von zwei langen Tagen filmen sehen konnten. Zusätzlich hat die ARD das noch auf ihrem Youtubekanal hochgeladen:

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *