Salt Lake City

Ich besuchte Salt Lake City weil mein Ur-Urgroßvater Otto sich auf seiner Rückfahrt von Bozeman nach New York kurzerhand entschloss, einen Ausflug dorthing zu unternehmen – das war im Februar 1882 [Hier lesen]. Er beschreibt (und zeichnetet) auch die Devil’s Slide und den 1000 Meilen Baum im Weber Canyon (zwischen Ogden und Salt Lake City), wohin wir dann von Salt Lake City hingefahren sind.

Besuch des Temple Square

Nach unserer wunderbaren Zugfahrt von Denver wollte ich endlich die Orte sehen, die Otto in seinem Tagebuch beschreibt – das Tabernakel und den Tempel der Mormonen – beide direkt nebeneinander auf dem historischen Tempel Square. Am wunderschönen Sonntagmorgen fuhren meine Freunde Katie, Phil und ich gemeinsam zur Innenstadt – ich natürlich im historischen Kleid unterwegs.

Es was einfach wunderbar, die Gebäude zum ersten Mal live zu sehen und wir fingen sofort an, Fotos zu machen. So auch die (anderen) Touristen. Sie stellten sich einfach neben meine Freundin Katie (die die Bilder von mir machte) und schossen Bilder von mir – wie praktisch! Phil gab jedem, der ungefragt ein Bild von mir machte eine Karte von mir, sodass sie wenigstens wussten, worum es hier ging! Schon bald hatten wir Katie als „Director of Photography“ und Phil als „Marketing Manager“ ernannt und hatten viel Spaß!

Als wir uns dem Tabernakel näherten – ein großes in Eiform ausgeführtes Gebäude von 250 Fuß Länge, 150 Fuß Breite und 66 Fuß Höhe [Otto, 1882] – konnten wir Gesang aus dem Inneren vernehmen. Wir gingen hinein – und plötzlich stand ich in einem Gebäude in dem mein Ur-Ur-Großvater vor 134 Jahren stand – es war atemberaubend und mein Körper war sofort von der Musik erfüllt. Die Akustik im Inneren ist einfach wahnsinn (Otto beschreibt das bereits) –  und die Stimmen des Mormon Tabernacle Choir ergriffen mich sofort. Wir setzten uns und hörten andächtig dem wunderbaren Gesang zu.

Besuch der Devil’s Slide und dem 1000 Meilen Baum

Später am Tag fuhren wir nördlich zum Weber Canyon. Otto fuhr hier hindurch als er Ogden in östlicher Richtung verließ und erwähnt die Devil’s Slide und den 1000 Meilen Baum. Er fand diese so spannend, dass er sie sogar zeichnete. Wir fuhren den Canyon aufwährts und schon bald sahen wir den 1000 Meilen Baum zu unserer Rechten auf der anderen Seite des Flusses – leider gibt es hier keine Gelegenheit, anzuhalten. Nur wenige Minuten später erreichten wir die Devil’s Slide, wo man auf einem kleinen Parkplatz anhalten kann. Es was absolut faszinierend, die Orte von den Zeichnungen meines Ur-Ur-Großvaters zu sehen. Ich wäre hier vermutlich nie hergekommen ohne sein Tagebuch, und nun war eine komische Felsformation von größter Bedeutung für mich. Ich zeichnete die Devil’s Slide und fuhr zurück mit einem Gefühl der erfüllten Mission und Zeichnungen, die zum Leben erweckt worden waren.

Recherche im Daugthers of the Utah Pioneers Museum

Phil hate die Idee, etwas Recherche im Daughters of the Utah Pioneers Museum zu machen – was sich als Goldgrube für uns beide herausstellte. Im History Department unterhielten wir uns mit zwei wunderbare Damen die Phil halfen, ein handgeschriebenes Tagebuch seiner Urgroßmutter zu finden (Wahnsinn oder?). Ich hatte sie nach dem Walker House und dem Valley House gefragt – die beiden Hotels die Otto erwähnt – aber sie hatten davon nichts gehört. Jedoch gaben sie mir den Ordner mit den Hotels der Stadt und nach ungefähr 5 Minuten hielt ich sämtliche Fotos und Zeitungsberichte der beiden Hotels in den Händen – ein weiterer Moment, in dem die Geschichten meines Ur-Ur-Großvaters zum Leben erweckt wurden. Im Photo Department war ein Bild von Salt Lake City von 1882 vorhanden – so hatte Otto damals die Stadt erlebt – absolut spannend!

Ensign Peak & Antelope Island

Ein großartiger Start in den Tag ist eine kurze Wanderung zum Ensign Peak, wo man einen wunderbaren Blick über die Stadt und die Wasatch Mountains hat. Wenn man etwas aus der Großstadt rauskommen will, lohnt sich der Ausflug auf Analope Island – hier sah ich meine ersten Bison in Amerika!

Nach dem Besuch des öffentlichen Chorprobe des Mormon Tabernacle Choirs am Donnerstag Abend – absolute wunderschön und jedem zu empfehlen – fuhr ich am nächsten Morgen mit dem Bus in nördliche Richtung nach Dillon, wo ich abgeholt wurde und schließlich am Abend in Virginia City im Staat Montana ankam.

Ein großes Dankeschön geht an meinen Gastgeber Phil!

One thought on “Salt Lake City

  1. Katie sagt:

    What a fantastic time we had with an excellent host!!

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