Otto’s Farm

Ein Wunder- die Farm!
Als ich diese Reise und meinen Besuch in Bozeman geplant habe, war die eine Sache, derer ich mir ganz sicher war, dass das Farmhaus nicht mehr existieren würde. Ich hatte bereits vor meiner Abfahrt auf Google Maps geschaut, da ich von Rachel [vom Gallatin History Museum] wusste, wo ungefähr das Grundstück war. Ich sah, dass das Stück Land nördlich des Bridger Creek noch grün und weitgehend unbebaut war. Von kleinen Dächern, die man sah, konnte man keines der Gebäude wirklich identifizieren – und ich dachte, dass dies einfach Farmgebäude seien.

Ich wollte ja nur einmal auf Gottschalk’s Grundstück stehen, aber ich fand ein altes Gebäude

Ausgerüstet mit der Karte, auf der die Grundstücksgrenzen eingezeichnet waren und Otto’s Zeichnungen der Farm, radeltet ich eines Tages zur Farm. Ich querte den Bridger Creek auf der Story Mill Road und kurz darauf musste ich nach rechts abbiegen auf eine private Strasse. Ich überlegt noch kurz, da ein „No Trespassing“ Schild mir davon abriet, aber der Wunsch, auf August Gottschalk’s Grundstück zu stehen war dann doch größer.

Ich radelte entlang des Weges zu einer Stelle, wo das Grundstück ungefähr anfing. Hinter einer großen modernen Scheune kam ich zu einem kleinen Holzhaus, wo ich mein Fahrrad abstellte. Ich schaute mich um und sah mehrere moderne und ältere Gebäude. Das kleine Holzhaus, vor dem ich stand, sah alt aus, wurde aber definitiv renoviert. Ich holte Otto’s Zeichnung heraus und schaute. Und schaute nochmal. Das kleine Holzhaus sah, abgesehen von dem Vordach, exakt aus wie das Haus auf Otto’s Zeichnung. Allerdings stand das Gebäude an anderer Stelle -laut Otto’s Zeichnung hätte das Haus etwa 150 Meter weiter und um 90 Grad gedreht stehen sollen – ich war mir also nicht sicher, ob es das richtige Gebäude war, aber es sah ganz danach aus.

Ich spazierte noch weiter auf dem Grundstück herum und fand mehrer sehr alte Holzhütten die aussahen, als seien sie in derselben Zeit gebaut worden. In dem Moment fuhr ein älterer Herr auf die Farm und ich lief zu seinem Auto, um mich vorzustellen und aufzuklären, warum ich auf der Farm herumlief. Bob war nicht der Besitzer, aber war so nett mir den Kontakt einer Professorin zu geben, welche diese Gebäude studiert hatte.

Es war üblich, Gebäude zu versetzen

Bald darauf rief ich Maire O’Neill an, welche Professorin an der School of Architecture an der Montana State University ist, und wir redeten gute 20 Minuten über die Farm. Maire bestätigte, dass es üblich war, Gebäude zu versetzen, was die Wahrscheinlichkeit erhöhte, dass das gefundene Haus das Farmhaus war. Nachdem ich ihr Otto’s Zeichnungen und Beschreibungen des Hauses zugesandt hatte, bestätigte Maire quasi, dass das Haus die Farm des August Gottschalk war. Nachdem ich ein weiteres Mal zur Farm gefahren war und auf Steve, den Mieter traf, bestätigte mir dieser, dass das Gebäude ca. 150 Meter bewegt wurde.

Isolierung aus den 1870gern

Schließlich erhielt ich die Kontaktdaten der Familie Rugheimer, welche das Grundstück seit 1971 besitzen. Währen des Anrufs erzählte mir Hallie, dass sie während der Renovierung des Farmhauses eine Zeitungsanzeige von August Gottschalks Farm aus den 1870gern in der Wand gefunden hatten – was schließlich die letzten Zweifel ausräumte und ich nun sicher wusste, dass das Gebäude die Farm des August Gottschalk war und mein Ur-Ur-Großvater darin gewohnt hatte. Es war damals üblich, Zeitungspapier als Isolierung zu verwenden!

Als ich diese Reise startet, dachte ich, dass ich Bozeman besuchen werde und die Orte sehen werde, welche Otto 1881 gesehen hatte, aber der Fakt dass ich das Farmhaus gefunden habe, in welchem er gewohnt hat, war die absolut unglaublichste Erfahung. Ich hätte im Traum nicht daran gedacht, das Haus zu finden, aber es wurde Realität.

5 thoughts on “Otto’s Farm

  1. Heike sagt:

    Wow! Das ist ja wunderbar! Und was ein hübsches Häuschen es ist!
    Ich verfolge deine Reise sehr gerne und habe schon Stunden verbracht, alle Artikel nachzulesen. 😉
    Gerade bei diesem Post frage ich mich allerdings, wer eigentlich die Fotos von dir macht? Denn die sind ja ausgesprochen toll geworden!

    Gute Reise weiterhin!

    1. Sibylle sagt:

      Liebe Heike,
      vielen Dank für deine Begeisterung! Das freut mich sehr!
      Bei den Bildern bin ich meist auf Menschen in meiner Umgebung angewiesen – entweder wild fremde Menschen oder die Menschen, mit denen ich grad unterwegs bin. In diesem Fall hat mein Gastgeber Mike die Bilder gemacht :-).
      Wenn ich ganz allein unterwegs bin und niemand in der Nähe ist, dann habe ich meine Kamera auf einem Stativ und verbinde via App die Kamera mit meinem Smartphone, von dem aus ich dann die Bilder machen kann (In meinem Fall Camera Connect von Canon).
      Liebe Grüße,
      Sibylle

  2. Anette sagt:

    Super awesome Billy! We are cheering for you all the way from the fjords! #emtmreunion:)

    1. Sibylle sagt:

      Thank you Anette!!!

  3. Nancy L. sagt:

    Enjoying Otto’s adventures very much! Cannot wait to hear of your adventures when we see you!

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