Niagarafälle

Die Niagarafälle sind der Grund, warum ich auf dieser Reise bin.

Als ich von seinem Besuch der Niagarafälle im Juli 1881 las hatte ich die Idee, sein Abenteuer nachzureisen. Ich hatte die Fälle während meines Schüleraustauschs 2005 besucht und ich erinnere mich, dass ich bei seinen Zeilen dachte ‚Ich hab die Fälle ja auch schon gesehen – vielleicht kann ich auch die ganzen anderen Orte sehen, die er gesehen hat‘.

Da stand ich also an den Niagarafällen, elf Jahre nach meinem ersten Besuch – nur diesmal im victorianischen Kleid. Mit dem Bus aus downtown Buffallo kam ich auf der amerikanischen Seite der Fälle an (ca. 1 Stunde Busfahrt), wo ich mich gleich aufmachte, um entlang des Flusses bis vor an die Kante der Fälle zu gelangen, wo ich das erste Foto von 2005 nachstellte. Ungefähr hier startete der Fotomarathon der Besucher, die ein Foto von oder mit mir wollten.

 

Ich ging weiter zur International Rainbow Bridge, welche die USA mit Kanada verbindet und die auch von Fußgängern überquert werden kann. Hier kam sofort der Gedanke „Hier war ich schon mal“, und ich machte wieder an derselben Stelle wie schon 2005 das Foto an der Grenzlinie. Es war ein absoulte wunderschöner warmer Tag und ich war mehr als froh über meinen Sonnenschirm, der mich im Schatten flanieren lies. Ich wollte bis zur Fallkante des Horseshoe Fall laufen, was ich da aber noch nicht wusste, war, dass ich eine lebendige Fotowand werden würde. Jedes mal, wenn ich kurz inne hielt, um die Fälle zu bestaunen oder mir vorzustellen, was mein Ur-Ur-Großvater gedacht haben muss, frage micht jemand nach spätestens 20 Sekunden nach einem Foto. Nach kurzer Zeit fragten die Leute auch gar nicht mehr, ob sie ein Foto machen dürften, sondern stellten sich einfach neben mich und drückten ab. Nachdem ich es geschafft hatte, bis „hinter“ die Fälle zu laufen um ein weiteres Bild von 2005 nachzustellen, trat ich den Rückweg in die USA an. Vom Hinweg gelernt, versuchte ich, den Weg ohne anzuhalten schnell zurück zu laufen, manchen gelang es dennoch, mich für ein Foto zu stoppen.

Zurück auf der amerikanischen Seite fuhr ich mit der Maid of the Mist, um wirklich nahe an die Fälle zu kommen. Als ich 2005 hier war, fuhr sie nicht, da das Wasser noch zugefroren war. Irgendwie bekam ich den Regenschutz angezogen, und schon fuhren wir an den amerikanischen Fällen vorbei. Vom vielen Sprühregen der uns entgegenpeitschte wurde mein Kleid sehr schnell nass und das Regencape hielt meinen Hut nicht gerade geschützt, aber vielleicht sind sie auch nicht dafür konzipiert. Wir fuhren weiter, mitten hinein in den Horseshoefall, wo für einen klitzekleinen Moment die Zeit still zu stehen schien, als wir uns mitten in den heftigen weißen Wellen des aufbrausendenn Wasser befanden und nichts außer den donnernden Fällen hörten. Und niemand fragte mich hier nach einem Bild!

Nach der Fahrt mit der Maid of the Mist war ich einfach nur platt und setzte mich ersteinmal hin, um die amerikanischen Fälle noch etwas zu genießen, bevor ich zurück zur Bushaltestelle lief. Ich fuhr bis zur Haltestelle, an der mich meine Gasgeberin abholen wollte, an der ich aber dank einer nicht angekommenen SMS sehr viel länger wartete, als geplant und man muss sich das mal vorstellen: Im Vorort von Buffallo steht eine Frau im viktorianischen Kleid an einer Bushaltestelle. Das dachte sich wohl auch eine Lehrerin, die mich sah und anhielt, um mich zu fragen was ich da mache. Sie vernetzte mich dann mit der örtlichen Zeitung, die mich am nächsten Tag während der Zugfahrt nach Chicago interviewte. Das Ergebnis kann man hier lesen: Buffalo News Article.

Am Abend gingen meine Gastgeberin und ich noch in ein paar Bars, denn sie wollte die Reaktionen der Leute sehen, wenn ich dort in meinem Kleid auftauchte. Naja, was sol ich sagen, wir bekamen einige Drinks spendiert. Meine Gastgeberin brachte mich dann zur Buffalo – Depew Station, die ich mit einer Verspätung von 4 Stunden erst um 4 Uhr morgens gen Chicago verließ.

Ein besonderes Dankeschön geht an meine Gastgeberin Karen in Buffalo!

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