Kennenlernen der Amischen

Ich hatte die Amischen schon auf vorherigen Zugfahrten gesehen, aber irgendwas war diesmal anders. Als ich die amische Familie nur ein paar Reihen vor uns sitzen sah, hatte ich plötzlich diesen Geistesblitz und dachte „Ich glaube, die sprechen immernoch ein wenig Deutsch“.

Da ich wusste, dass die Amischen eher ein verschlossene Gruppe sind und nicht allzuviel Kontakt mit nicht-Amischen möchten, diskutierte ich ca. eine halbe Stunde mit meiner Sitznachbarin Sandy, ob ich aufstehen und mit ihnen reden solle. Sie ermutigte mich und sagte „Das schlimmste, was Dir passieren kann, ist, dass sie nicht mit Dir reden wollen“. Daraufhin dachte ich „Ok, jetzt oder nie“.

Ich stand auf und ging nach Vorne und sprach das junge Paar mit einem kleinen Kind an. Ich stellte mich kurz vor und fragte, ob sie noch etwas Deutsch sprechen, denn ihre Ahnen kamen ja einst aus dem deutsch-sprachigen Europa. Zu meiner Überraschung waren Sie sehr freundlich und sagten „Ja, wir sprechen Pennsilvania Dutch“, und der Mann sprach ein paar Worte auf Pennsilvania Dutch, welche ich sogar mehr oder weniger verstanden habe.
Ich bedankte mich und setzte mich wieder auf meinen Platz, woraufhin ich sofort die Begegnung in aller Detailreiche meiner Nachbarin Sandy erzählte. Nach einer Weile übermannte mich meine Neugier wieder. Ich fragte mich (und meine Nachbarin Sandy), ob ich mich mit ihnen auf Deutsch unterhalten könnte, wenn ich etwas Zeit mit ihnen verbrächte (und dadurch das Pennsilvania Dutch etwas zu verstehen lernen könnte). Nach einer weiteren ca. halbstündigen Diskussion mit Sandy ob ich nochmals hingehen solle oder nicht, stand ich auf und ging nach Vorne.

Ich erzählte Ihnen von meinem Interesse an ihrer Sprache und meine Neugier, ob ich mich mit ihnen unterhalten könnte – woraufhin ich einfach fragte, ob sie eine Gemeinschaft kennen, die man besuchen könnte. Dann passierte etwas absolut Unvorhersehbares. Nach einem kurzen Blick zurück zu seinen Eltern in der Reihe hinter ihm und der Frage, ob ich auch in Kansas City aussteigen würde, sagte der Mann: „Naja, ich denke Du kannst uns besuchen kommen wenn du Zeit hast“. Ich konnte es nicht fassen, was ich gerade gehört hatte, aber 5 Minuten später hatte ich ihre Adresse und Telefonnummer in meinem Notizbuch und wir hatten Mittwoch, den 1. Juni, für meinen Besuch ausgemacht.

2 thoughts on “Kennenlernen der Amischen

  1. Nancy sagt:

    I can not wait to hear more. There are also Amish in Michigan and a larger community in Indiana and Ohio, which we could visit while you are here.

    1. Richard sagt:

      Me too! A brother of mine is married to a Mennonite here in Pennsylvania. I think his wife’s maternal grandfather was the last one who could speak „Pennsylvania Dutch“ in her family.

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