Die historische Reise beginnt

Am Morgen des 6. Mai stand also die Abreise aus Barmen an. Ähnlich wie mein Ururgroßvater wählte ich die Abfahrtszeit auf 10:36 Uhr (er war damals um 10:07 Uhr abgefahren).

Wie mein Ur-Ur-Großvater seine Abreise erlebte, kann man hier lesen.

Zum feierlichen Beginn der Reise zog ich natürlich das historische Kleid an, und war froh, dass mein Rucksack und sein gesamter Inhalt gerade so in den Koffer passten, anstelle des Kleides. Also hatte ich nun nur noch den großen Koffer und meine Handtasche, welche schon stilbruch genug sind. Am Bahnhof trafen wir wiederum auf Timo Spicker vom WDR, der nach dem gestrigen hochemotionalen Tag nun auch noch hautnah bei der Abfahrt dabei sein wollte. Nachdem wir also die verschiedensten Einstellungen, O-Töne etc. gedreht hatten, fuhr der Zug ein, und ich verabschiedete mich von Tante Ricarda. Beinahe hätten wir den Zug verpasst, denn die Türen gingen schon wieder zu, als ich mit samt Koffer darauf zu rannte und mir dabei auch noch über den Saum des Kleides fuhr. Kurz nach der Station Oberbarmen fuhren wir dann – wie schon mein Ururgroßvater – am ehemaligen Fabrikgelände in den Höfen vorbei, die jetzt wegen der gebauten Schallschutzmauer nicht mehr so gut sichbar waren. Erst jetzt legte sich die Aufregung etwas und wir plauderten noch bis zum Umstieg in Hagen. Dort verabschiedeten sich Timo Spicker und seine Assistentin, halfen mir aber noch in den nächsten Zug gen Bremen. Im Zug war die Luft so stickig, dass ich das Kleid sofort wieder auszog – zum Glück war wenig los und ich konnte meinen großen Koffer ausbreiten und umpacken – und ich fuhr in Leggins und T-shirt weiter nach Bremen, wo ich gegen halb 2 bei strahlendem Sonnenschein ankam.

Das Video über die Tage in Wuppertal und die Abfahrt aus Wuppertal ist hier zu sehen.

Wuppertal-Barmen departure

Selbes Hotel, selbes Restuarant

In Bremen angekommen, checkte ich im selben Hotel ein wie schon mein Ururgroßvater in Bahnhofsnähe. Das ehemalige Hotel Schaper, in welchem er schlief, wurde fusioniert zum Hotel Schaper-Siedenburg und nun Best Western Hotel Bremen City umbenannt. Die Hoteldirektorin zeigte mir alte Bilder des ehemaligen Gebäudes des Hotel Schapers, welches 1944 bei einem Bombenanschlag zerstört wurde, und gegenüber des jetzigen Gebäudes in der Bahnhofsstrasse stand.

Am Abend besuchte ich, wie auch schon Otto, den Bremer Ratskeller. Zusammen mit meinen Onkel und meiner Tante aßen wir Lapskaus und tranken Weißwein. Anstatt auf Postkarten von den Freunden Abschied zu nehmen, versuchte ich, das auf dem Handy zu machen, was aber am nicht existierenden Empfang im Ratskeller scheiterte.

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