Denver

Mein Ur-Ur-Großvater hatte zwar nur einen kurzen Aufenthalt, jedoch entschied ich mich dazu, die Stadt und meine gute Freundin Katie, mit der ich zusammen studiert habe, zu besuchen.

Barmen in Colorado
An einem der Tage besuchten wir das Städchen Golden, Colorado, um die Coors Brauerei zu besichtigen, wo ich eine wahre Überraschung erlebte: Der Gründer der Brauerei, Adolph Kors, ein deutscher Einwanderer, wurde 1847 in Barmen geboren. Jenem selben Barmen, aus dem mein Ur-Ur-Großvater stammt. Das war unfassbar aufregend, aber es kam noch besser. Wir holten uns die kostenlosen Audioguides für die kostenlose Tour inklusive kostenloser Bierverkostung und starteten den Rundgang. In der großen Brauhalle lernten wir, dass ein spezielles Bier namens „Barmen Pilsener“ gebraut wird, benannt nach Adolph Kors‘ Geburtstadt. Danach stellten wir fest, dass es dieses Bier nur gezapft gibt, und auch nur in wenigen Bars in Golden und Denver (Eine Karte kann man hier abrufen). Es ist so besonders und geheim, dass man das nicht mal auf der Webseite der Brauerei findet…

Nach dem Ende der Tour und dem Probieren einiger Biersorten starten wir die Suche nach dem „Barmen Pilsener“. Wir hatten Glück und bekamen es gleich in der ersten Bar, dem Indulge Bistro & Wine Bar ganz in der Nähe der Brauerei. Das Bier wurde aus einem Zapfhahn mit dem „Barmen Pilsener“ Logo gezapft und im entsprechenden Glas serviert. Es hätte nicht besser sein können! Nachdem ich der Bedienung meine Geschichte erzählt hatte, schenke sie mir das Glas zum Andenken! Ich was überglücklich und sehr Dankbar!

Zum Abschluss des perfekten Tages fuhren wir zum „Lookout Mountain“, wo wir einen wunderbaren Blick über Golden, Denver und die Berge genossen.

Eine Zeitreise in Denver
Ein wirklich cooles Museum ist das Haus der berühmenten „unsinkbaren Molly Brown“, welche den Untergang der Titanic im Rettungsboot Nr. 6 überlebt hat. Das Haus wurde wieder in sein ursprüngliches viktorianische Erscheinungsbild hergestellt, sodass es so aussieht wie zu Zeiten als Molly Brown hier lebte. Circa 30 Prozent des Interieurs sind original, der Rest ist liebevoll und authentisch anhand alter Bilder wiederhersgestellt. Derzeit wird an der Restaurierung der Kammern der Bediensteten gearbeitet, leider gab es davon keine Fotos. Das Haus ist nicht nur wunderschön zum Ansehen, man lernt auch viel über das Leben der Molly Brown, welches weit über ihren Titanic-Mythos hinaus äußerst abwechslungsreich war.

Baseball
In Denver erlebte ich mein aller erstes Baseball Spiel. An einem absolut perfekten sonnigen Tag ging’s zum Spiel der Colorado Rockies gegen die Pittsburg Pirates auf dem Coors Field (benannt nach der Brauerei). Unsere Tickets waren super günstig (und daher nicht die besten Plätze), aber wir sind am Schluss gar nicht auf unsere Plätze gegangen. Auf der Dachterrasse starteten wir mit Bier und Katie erklärte mich sämtliche Regeln des Spiels, die ich dann auch irgendwann verstanden habe. Die Atmosphäre hoch oben über dem Spielfeld war entspannt und der Blick über die Rocky Mountains einfach umwerfend. Nach dem ersten kleinen Sonnenbrand ging’s dann zum Hotdogstand und wir setzten uns in einen schattigeren Platz auf der Tribüne, von wo aus wir den Sieg der Colorado Rockies erlebten und ich neue Redenarten lernte, die im Amerikanischen vom Baseball stammen: „Hit it out of the park“ bedeutet so viel wie „Sehr gut gemacht“, denn das Baseballfeld heißt im Englischen „ball park“.

Rocky Mountain National Park
Einen ganzen Tag verbrachten wir im Rocky Mountain National Park, welcher nur ca. 2 Stunden von Denver entfernt liegt. Den ersten Stop machten wir bei einer Umrundung des Sprague Lake, einem wunderschönen Bergsee. Dann ging’s zur Trail Ridge Road, dem höchsten Highway in den USA, welchen man nur im Sommer befahren kann. Während unserer Fahrt bemerkte ich den gravierenden Höhenunterschied gar nicht, aber als wir bei einem unserer Fotostops über die Straße rannten, waren wir nach wenigen Metern außer Atem. Kurz darauf erreichten wir den höchsten Punkt der Straße bei 3713 Metern (12182 Fuß). Leider gab es hier aufgrund von Vandalismus und Unfällen kein Schild von diesem Pass. Im Tal hatten wir den Tag in kurzen Hosen und Tanktop gestartet, aber als wir oben ankamen, lag mehr Schnee als wir hoch waren! Wir fuhren noch bis zur kontinentalen Wasserscheide am Milner Pass, wo wir umkehrten und zurück nach Denver fuhren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *