Boundary Waters

Seit ich meinem Bekannten Bill vor Jahren schon erzählte, dass ich in die USA kommen will, so lange schon sprach er davon einen Trip in die Wildniss zu machen. So war ich in Minneapolis angekommen, und nach einem Last-Minute Shopping Trip (Ich brauchte Wasserschuhe für’s Kanufahren), fuhren wir auch schon gen Norden.

In Ely mieteten wir das Kanu und fuhren nochmal eine halbe Stunde zum Zugang des Mudro Lake. Schon einige Meter nach dem Parkplatz verloren wir die Autos aus den Augen und waren in der Wildniss. Wir ließen das Kanu samt unserer Ausrüstung und Verpflegung für die nächsten Tage zu Wasser und paddelten unserem Outdoor Abenteuer entgegen.

Nach ein paar Portagen (Stellen, an denen man das Kanu umtragen muss), erreichten wir unser Ziel: Fourtown Lake. Wir paddelten bis an das nördliche Ende des Sees, um einen Zeltplatz etwas abseits der Hauptstrecke zu finden, aber leider war nur ein letzter Zeltplatz frei. Wir bauten unser Zelt auf und gingen sofort im herrlich frischen Wasser schwimmen. Nachdem wir etwas Feuerholz gefunden hatten und unser erstes Abendessen genossen hatten, schauten wir den wunderbaren Sonnenuntergang und Aufgang des Vollmonds an. Leider war es ab dann vobei mit der idyllischen Ruhe, dank einer Invasion von Moskitos. Ab da blieben wir bis zum nächsten Morgen im Zelt. Als ein Sturm aufzog, hofften wir, dass die Mosquitos verschwinden würden, aber auch die suchten Schutz zwischen unserem Innen- und Außenzelt. Der Sturm war ziemlich heftig und das Zelt wurde mehrmals beinahe umgeweht, aber noch kannten wir das Ausmaß des Sturmes nicht. Das erfuhren und erlebten wir erst in den nächsten Tagen. Bei unseren Kanutouren sahen wir, wie viele Bäume umgefallen waren, und mussten bei einigen Portagen über oder unter Bäumen herklettern. Auch hörten wir später von anderen Urlaubern, dass zwei Menschen in der Nacht gestorben sind.

Am nächsten Tag zogen wir auf einen anderen Zeltplatz um, welcher etwas höher und dem Wind ausgesetzter lag – wir hofften auf weniger Moskitos. Den restlichen Tag machten wir nichts außer essen, schwimmen, schlafen, sonnen und Feuerholz beschaffen. Das war auch so ziemlich die Agenda für die nächsten Tage, nur unterbrochen von zwei Ausflügen auf benachbarte Seen: Boot Lake und Horse Lake. Die Boundary Waters sind nicht nur wahnsinnig schön, sondern vorallem ein beruhigender Ort und eine Quelle der Erholung.

Am Abschiedstag hatte das Wetter umgeschlagen und wir paddelten zurück bei wolkigem Himmel, wurden aber noch von 3 Weißkopfseeadlern gegrüßt. Als wir zurück zum Auto kamen, war dieses vorne von einem umgefallenen Baum getroffen worden, aber zum Glück konnten wir noch fahren. Als wir aus der Wildniss fuhren, sahen wir, das halbe Wälder im Sturm zerstört worden waren. Als wir wieder in Recihweite eines Handynetzes kamen, erreichten uns beide SMS von unserer Freundin Katie (in Denver), die sich große Sorgen um uns während des Sturms gemacht hatte. Wir waren froh, dass sich zumindest eine Person Gedanken gemacht hatte.

Wir fuhren nach Minneapolis zurück, mit wunderbarem Fischmittagessen am Lake Superior (welcher wie ein Ozean erscheint).

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