Arabia Steamboat Museum

Auch wenn Otto nur durch Kansas City durchgefahren ist, beschloss ich, dort ein paar Tage zu verbringen – was ich nicht bereuen sollte.

Schon gleich am ersten Tag gingen wir auf eine Zeitreise im Arabia Steamboat Museum. Im Zeitalter der Dampfschiffahrt auf den Flüssen Amerikas sanken viele der flußaufwärts fahrenden Schiffe durch die Kollision mit Baumstümpfen. Die Dampfer transportierten viel Ware, aber auch einige Passagiere. Es war zwar recht einfach, die Passagiere zu retten, aber da die Schiffe so schnell sanken, war die Ware of verloren. Heute liegen hunderte Schiffswracks entlag des Missouri, der seinen Flußlauf über die Jahre verändert hat. Viele Schatzsucher machten sich bereits auf den Weg, aber nur manche der gefundenen Dampfer bergen einen wahren Schatz.

Einer dieser Dampfer war die Arabia. Im September 1856 sank es mitsamt seiner kompletten Ladung von ca. 200 Tonnen, in den Missouri. Mehrere Gruppen versuchten bereits, die Arabia zu bergen, aber erst in den 1980 ger Jahren gelang es vier Männern – einem Vater mit seinen 2 Söhnen und einem Freund – die Arabia zu lokalisieren und zu bergen. Während der Arbeiten was jeder Tag wie Weihnachten, als sie täglich neue Schätze hoben – von kompletten Geschirrservicen über Kleidung, Baumaterialien und eingemachten Lebensmitteln. Anfangs war der Verkauf der Dinge geplant, jedoch realisierten sie bald wie wertvoll die Sammlung war und entschieden, sie nicht zu trennen.

Heute kann man die Schätze im Museum in Kansas City bewundern. Der Besuch beginnt mit einer kurzen Einführung über das Museum und die Geschichte der Arabia, gefolgt von einem Video über den Fund und die Ausgrabungen. Danach kann man sich alle Zeit für die Schatzkammer nehmen – welches nur einen Bruchteil der kompletten Ladung zeigt. Matt Hawley, der Sohn einer der Entdecker, erklärt, dass sie noch weitere 30 Jahre benötigen, um die gesamten Artifakte zu reinigen.

Die Masse der Artifakte in der Schatzkammer ist einfach überwältigend. Komplette Sets von feinstem Porzellan, intakte Einmachgläser, stapelweise Hüte, Berge von Nägeln und vieles mehr bilden heute die größte Sammlung von vor-Bürgerkriegs Artifakten. Während wir uns die Sammlung anschauten, versuchte ich mir vorzustellen, welche Schicksale entschieden wurden, nur weil diese Dinge nie dort ankamen. Wir lernten, dass wohl ein ganzen Dorf aufgegeben wurde, weil weder die warme Kleidung noch die nötigen Baumaterialien für den Winter eintrafen.

Im Museum kann man in einem offenen Werkraum dabei zusehen, wie die Materialien gereinigt und haltbar gemacht werden, was äußerst interessant ist. Auch das obere Deck ist als Teil des Museums in original Größe nachgebaut, was einem ein gutes Gefühl für die Größe der Arabia gibt. Die Reise in die Vergangenheit auf der Arabia war wirklich schön!

Webseite des Museums: www.1856.com
My friend Franz‘ blog on steamboats and travel: www.steamboats.org

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