1881: Arbeiten für die Kopps

Während meines bis Ende Januar dauernden Aufenthalts bei Kopp beteilige ich mich an den verschiedensten Arbeiten. Außer der Führung seiner Geschäftsbücher helfe ich beim Räuchern der Schinken, Schulterstücke usw.

Das Abschlachten der Ochsen, sieben bis acht jede Woche, außer zahlreichen Schweinen, bot mir viel Interesse. Es geschah in anderer Weise als in Deutschland. Da das Vieh Sommer und Winter auf den Hügeln weidete, die sich dem Gebirge entlang hinziehen, mußte wöchentlich eine bestimmte Anzahl Ochsen heruntergetrieben werden, was sich oft zu einer wilden Jagd gestaltete. Der Metzger und ein Gehilfe, beide zu Pferde, brauchten manchmal einen ganzen Tag, um ein halbes Dutzend Ochsen zum Schlachthaus zu bringen. Hier werden sie durch eine große, vorher geöffnete Türe hereingetrieben und dann die Türe schnell geschlossen. Gerade diesem Eingang gegenüber befindet sich in der Bretterwand eine kleine Öffnung, auf die sich in dem sonst dunklen Raum die Blicke der Tiere richten. Von dieser Fensteröffnung aus werden die Ochsen mit einem großen Revolver in die Stirne geschossen und niedergestreckt. Kopps Revolver war eine vorzügliche Schußwaffe. Ich schoß damit einen Ochsen sofort auf den ersten Schuß tot nieder. Beim Abschlachten der Tiere entwickelten die Metzgerburschen eine große Geschwindigkeit: In kaum zwei Stunden waren vier Ochsen völlig ausgeweidet, während man in Deutschland gewöhnlich zu einem einzigen Ochsen dieselbe Zeit beansprucht. Allerdings kamen die Häute dabei schlecht weg. Zahlreiche Schnitte und einzelne Löcher verringerten den Wert der Haut auf fast die Hälfte, wie ich den Leuten erklärte.

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