1881: The first tanner of Montana

Nachdem ich das erste Bärenfell gegerbt und dem Metzger Kopp für sechs Dollars Gerblohn überbracht hatte, wurde ich in dem Städtchen bald bekannt und von einigen Amerikanern als „The first tanner of Montana“ bezeichnet. Von mehreren erhielt ich Bärenfelle zum Gerben, ein Jäger brachte mir ein Löwenfell, das, in meinen Sattel gelegt, mein Pferd in große Unruhe versetzte, so daß es die drei Meilen zur Farm in schnellster Gangart zurücklegte.

Eines Tages brachte ich einem Wirt (Saloon-Keeper) das für ihn gegerbte Bärenfell zurück, das ihm wegen der weichen Gerbung sehr gut gefiel, daher ich die 6 Dollars Gerblohn schmunzelnd einsteckte – in Deutschland wird diese Arbeit gerne für vier bis fünf Mark geleistet -. Plötzlich rief der Wirt: „Man kann ja die Haare aus dem Fell ziehen!“ Schnell erwiderte ich ihm: „You can also pull hair out of your head – if you like.“ Ein riesiges Gelächter der in der Wirtsstube Anwesenden belohnte diesen weisen Ausspruch, der Wirt aber zog seinen Hut und zeigte mir seinen kahlen Schädel mit den Worten: Try it please! Ich hatte einen unbeabsichtigten aber treffenden Witz gemacht, der noch oft belacht wurde.

Bei der Rückfahrt von Bozeman zur Farm liebte es Gottschalk, die Pferde einmal ordentlich laufen zu lassen. Noch in der main street, ehe wir das letzte Haus passierten, rief er seinen Lieblingspferden, einem normannischen Hengst von kräftigem Körperbau und der Nelly, einer ausgezeichneten schnellfüßigen Stute, ein „go home“ zu und im nächsten Augenblick flog der Wagen in rasender Schnelligkeit dahin. Dabei mußten wir eines Tages, um einem anderen Gefährt zuvorzukommen, eine steile Böschung hinauf, die im Galopp genommen wurde, wobei der Farmer dem anderen Wagenführer höhnisch zurief: Are you going to camp here on the road?!

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